19.09.2017

Ich überlege wie ich meinen Tag heute beschreiben würde. Mir fällt nichts ein, nur Leere in mir.

Ich war bei meiner Ärztin, die, nach meiner Interpretation, kurz davor steht schwanger zu werden. Ja und, wo ist das Problem, fragen sich jetzt alle. Für mich ist es ein Problem, ein riesiges Problem. Sie ist (ja total abstrus) einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben, weil sie gleichzeitig einer der wenigen Menschen ist, die fast alles über mich wissen und auf die ich mich wirklich verlassen kann. Sie begleitet mich seit knapp 4 Jahren und ich weiß nicht, was ich ohne sie machen soll. Wenn ich daran denke, dass sie 1 Jahr weg ist, bekomme ich kaum noch Luft, in meinem Kopf ist das rote Signallicht an und alle Stimmen schreien und prophezeien den Weltuntergang, während sich meine Brust komplett zusammenzieht. Ja, man merkt, ich bin leicht abhängig von ihr. Es ist auch nicht so, dass ich ihr das Glück ein Kind zu haben nicht gönne, nein, sie ist einer der wenigen Menschen, dem ich das größte Glück der Welt wünsche, weil ich weiß, was für ein wundervoller Mensch sie ist und was sie schon alles für mich getan hat und mir damit geholfen hat. Aber wie immer bei mir, siegt der Egoismus und die Angst davor verlassen zu werden und alleine dazustehen. Klar es gibt noch meine Psychologin, aber dort sind die Stunden gezählt und danach werde ich da definitiv ohne sie dastehen. Wenn die beiden Ereignisse jetzt noch auf denselben Zeitraum fallen würden … okay, ich bin dann mal kurz mich vom Balkon stürzen.
Naja, mir bleibt nichts anderes übrig, als weiter zu leben und der Angst ins Auge zu sehen.

Danach habe ich mich mit einer Freundin (R.) getroffen. Ich kenne sie aus der Tagesstätte, die ich 2 Jahre lang besucht habe. R. schon Mitte 50, also um einiges älter als ich. Wir haben uns das erste Mal in der Klinik gesehen und waren dann auch lange zusammen in einem Zimmer. Wir haben immer zusammen Essen bestellt und uns von Anfang an gut verstanden. Als ich in die Tagesstätte kam, die sie schon länger besuchte, habe ich mich total gefreut sie wiederzusehen und sie wurde zu einer Art Ersatz Mutter für mich. So habe ich sie auch immer genannt.
Seit über einem Jahr bin ich jetzt nicht mehr dort, aber wir haben noch mehrmals die Woche Kontakt (der meist von ihr ausgeht und ich kann gar nicht sagen, wie froh und dankbar ich bin, dass sie da so dranbleibt, während ich sowas immer [meist ungewollt] vernachlässige) und treffen uns ab und zu. Heute waren wir Kaffee trinken und haben viel geplaudert… es war teilweise etwas anstrengend, weil sie nicht aufhört zu fragen, ob ich jemand besonderen in meinem Leben habe, verliebt bin, sich irgendwas anbahnt oder ob ich suche. Da ich derzeit absolut kein Interesse an einer partnerschaftlichen Beziehung habe, nerven mich diese Fragen etwas, da sie kein nein akzeptiert. Es kommen immer Kommentare wie: „Warum denn nicht? Es wäre doch schön oder? Aber du bist doch auch fast 25!“
Alles in allem war es trotzdem total schön und ich freue mich auf das nächste Mal.
Wir waren danach noch etwas shoppen und ich habe mir eine neue Tasche gekauft und eine Hose.

Jetzt bin ich Zuhause und musste mich erst mal um etwas kümmern, was ich augenscheinlich irgendwie wieder geschafft habe zu verbocken. Ich sollte ein Netzteil für das Tablet meines Vaters bestellen und in der Bestellbestätigung steht auch das richtige drin, geliefert wurde an ihn jedoch ein falsches und statt zwei nur eins. Als Telefonnummer ist eine in China angegeben. (Was mich ja ehrlich gesagt total erleichtert hat, wenn man bedenkt wie sehr ich telefonieren hasse.) Also flott eine Mail hingeschickt und jetzt erst mal auf die Antwort warten.

Danach ein Telefonat mit meiner Lieblings-Mama geführt. Hat gut getan ihre Stimme zu hören.

Jetzt habe ich noch etwas über 2 Stunden um mich auf die anstehende Nacht und die eventuell bevorstehenden (wenn es wie die letzten Nächte läuft) Alpträume vorzubereiten. Ich frage mich, ob es noch mehr Leute gibt, die Schlafen auf der einen Seite total lieben und auf der anderen Seite verabscheuen, weil es so grausam sein kann.
Ich hasse diese Angst und vor allem die Träume und die damit verbundene Hilflosigkeit, die Unfähigkeit sich zu wehren, da es einen hinterrücks, während des unschuldigen Schlafens, überfällt.
All das fühle ich, aber dann, dann schaue ich raus, raus aus dem Fenster, wo es schön kühl und dunkel ist und am Horizont die Lichter der Skyline leuchten. Das gibt mir irgendwie inneren Frieden und ich könnte ewig raus starren….
Ich verabschiede mich in meine persönliche Welt des Ablenkens, heute: Netflix.

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